Manchmal beginnt die eigentliche Therapie nicht mit den Händen, sondern mit dem Moment, in dem ein Schmerz zum ersten Mal in seiner ganzen Geschichte verstanden wird.
Drei Erkenntnisse, bevor Sie auf der Behandlungsliege liegen
- Der erste Termin ist eine präzise Ursachenforschung, keine schnelle Standardbehandlung. Ich verbinde Anamnese, osteopathische Untersuchung, TCM-Diagnostik und meine Erfahrung aus Leistungssport und Klinik, um Ihre Beschwerden im Zusammenhang zu verstehen.
- Ihre Vorgeschichte ist medizinisch relevant. Frühere Verletzungen, Operationen, Narben, Stressphasen, Bewegungsgewohnheiten, Schlaf, Verdauung und berufliche Belastung können erklären, warum Ihr Körper heute genau dieses Symptom zeigt.
- Sie müssen nicht perfekt vorbereitet sein. Hilfreich sind vorhandene Befunde, eine Medikamentenliste, bequeme Kleidung und Ihre eigenen Beobachtungen dazu, wann Beschwerden auftreten, was sie verstärkt und was sie lindert.
Boshi (Dr. of medicine) Caroline Klann über den Ersttermin

„Der erste Termin ist für mich keine reine Befunderhebung, sondern der Beginn einer präzisen Ursachenforschung. Ich möchte verstehen, warum Ihr Körper heute genau dieses Symptom zeigt – und welche Zusammenhänge aus Haltung, Bewegung, Belastung, Verletzungen, Stress oder innerer Regulation dahinterstehen. Erst wenn diese Geschichte sichtbar wird, kann eine Behandlung wirklich individuell und nachhaltig sein.“
— Boshi (Dr. of medicine) Caroline Klann
Warum der erste Termin beim Osteopathen in München so viel mehr ist als ein Kennenlernen
Der erste Termin beim Osteopathen in München ist für viele Patientinnen und Patienten mit Unsicherheit verbunden. Manche fragen sich, ob direkt behandelt wird. Andere möchten wissen, ob sie sich vollständig entkleiden müssen, ob die Untersuchung schmerzhaft ist oder ob ihre Beschwerden überhaupt „osteopathisch“ einzuordnen sind. Diese Fragen sind berechtigt, besonders wenn Schmerzen schon länger bestehen oder wenn bisherige Behandlungen nur kurzfristig entlastet haben.
In meiner Privatpraxis von Boshi (Dr. of medicine) Klann in München beginnt der Ersttermin nicht mit einer Technik, sondern mit einem genauen Verstehen. Ich möchte wissen, weshalb Sie kommen, seit wann Ihre Beschwerden bestehen, wodurch sie sich verändern und welche Geschichte Ihr Körper bereits mitbringt. Ein Schmerz ist selten nur ein lokales Ereignis. Er kann Ausdruck einer alten Kompensation sein, einer Überlastung, einer Schutzspannung, einer vegetativen Dysregulation oder einer Verbindung aus mehreren Faktoren.
Viele Menschen kommen mit einem klaren Symptom: Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Kieferbeschwerden, Schulterspannung, Beckenbeschwerden oder wiederkehrende Schmerzen nach Belastung. Doch im Gespräch und in der Untersuchung zeigt sich häufig, dass der Schmerzort nicht automatisch die Ursache ist. Ein Nacken kann reagieren, weil der Kiefer dauerhaft Druck hält. Ein Rücken kann schmerzen, weil Becken, Hüfte, Atmung oder Narben Spannung übertragen. Ein Kopfschmerz kann mit Haltung, Stress, Schlaf, Augenbelastung oder einer Blockade im oberen Brustkorb zusammenhängen.
Meine Praxisphilosophie: Ursachenforschung statt reiner Symptomlinderung
Ich arbeite mit Osteopathie, Traditioneller Chinesischer Medizin, Akupunktur und Schmerztherapie. Diese Methoden stehen in meiner Praxis nicht getrennt nebeneinander. Sie greifen ineinander, weil sie unterschiedliche Ebenen desselben Menschen erfassen.
Die Osteopathie richtet den Blick auf Struktur und Funktion. Ich untersuche, wie sich Gelenke bewegen, wo Faszien Spannung halten, wie der Brustkorb arbeitet, ob das Becken frei reagiert, wie das Gewebe antwortet und wo der Körper Ausweichbewegungen nutzt. Die Traditionelle Chinesische Medizin erweitert diese Betrachtung um innere Regulationsmuster. Sie fragt nach der Qualität eines Symptoms: Ist ein Schmerz dumpf, stechend, ziehend, wandernd oder belastungsabhängig? Wird er durch Wärme besser oder schlechter? Reagiert er auf Stress, Schlafmangel, Kälte, Bewegung oder Ruhe?
Diese Verbindung macht den Blick präziser. Zwei Menschen können beide mit Rückenschmerzen kommen und dennoch völlig unterschiedliche Befundmuster zeigen. Bei dem einen steht vielleicht eine lokale muskulär-fasziale Überlastung im Vordergrund. Bei einer anderen Patientin zeigt sich zusätzlich eine innere Erschöpfung, eine hohe Stressspannung, eine flache Atmung und eine Verdauungsproblematik. Dann wäre es zu kurz gedacht, beide gleich zu behandeln.
Was meine Arbeit prägt: Leistungssport, TCM in China und Osteopathie in München
Mein therapeutischer Blick ist stark durch meine eigene Körpererfahrung geprägt. Vor meiner medizinischen und osteopathischen Ausbildung war ich Leistungssportlerin im Turnen und in der Akrobatik. In diesen Disziplinen lernt man früh, wie exakt der Körper arbeitet. Eine kleine Verschiebung verändert die gesamte Bewegung. Eine unbemerkte Spannung stört Stabilität. Ein alter Sturz kann Jahre später noch in einem Ausweichmuster sichtbar sein.
Diese Erfahrung hilft mir bis heute. Ich sehe nicht nur, wo jemand Schmerzen beschreibt. Ich achte darauf, wie ein Mensch steht, geht, sitzt, atmet, Spannung hält oder Bewegung vermeidet. Der Körper spricht über Haltung, Rhythmus, Gewebe, Blick, Atmung und Schonmuster. Viele Beschwerden werden verständlicher, wenn man diese Sprache ernst nimmt.
Meine akademische Ausbildung führte mich nach China. Dort absolvierte ich ein sechsjähriges Vollzeitstudium der Traditionellen Chinesischen Medizin an der Shandong University of Traditional Chinese Medicine, einer Eliteuniversität mit internationaler H+ Klassifizierung. Ich studierte bei Prof. Pang Yong, der international hohes Ansehen genießt. Im Jahr 2012 schloss ich mit dem Titel Shoshi (MA of Medicine) ab. Danach folgte ein dreijähriges Doktoratsstudium, das ich magna cum laude mit dem Abschluss Boshi (Dr. of medicine) beendete.
Diese Ausbildung war tiefgehend, klinisch und systematisch. TCM bedeutet für mich deshalb nicht, einzelne Akupunkturpunkte auswendig anzuwenden. Entscheidend ist die diagnostische Einordnung: Warum reagiert dieser Mensch so? Welche Qualität hat der Schmerz? Welche Ebene des Körpers ist beteiligt? Welche therapeutische Richtung ist sinnvoll?
Ergänzt wird diese Grundlage durch mein sechsjähriges Osteopathiestudium an der privaten Osteopathie Akademie in München, der OAM, sowie durch eine dreijährige Ausbildung zur staatlich geprüften Heilpraktikerin. Spezialausbildungen in Schmerzakupunktur, Kinderosteopathie und Erwachsenenosteopathie sowie Praktika an Universitätskliniken in China prägen zusätzlich meine praktische Arbeit.
Der Ablauf des Ersttermins: Anamnese, Untersuchung und erste therapeutische Einordnung
Ein erster Termin sollte nicht gehetzt wirken. Gerade wenn Beschwerden länger bestehen, braucht der Körper Zeit, um verstanden zu werden. In meiner Praxis folgt der Ersttermin einer klaren Struktur, bleibt aber immer individuell. Kein Mensch bringt dieselbe Vorgeschichte, dieselbe Belastung und dasselbe Reaktionsmuster mit.

Die erste Behandlung: individuell, ruhig und nachvollziehbar
Wenn Anamnese und Untersuchung zeigen, dass eine Behandlung sinnvoll ist, kann die erste Behandlung bereits im Ersttermin beginnen. Welche Methode im Vordergrund steht, hängt von Ihrem Befund ab. Manchmal arbeite ich osteopathisch, manchmal mit Akupunktur, manchmal mit einer Kombination aus beiden.

Bei hoher Reizbarkeit, Erschöpfung oder chronischen Schmerzen braucht der Körper oft sanfte Impulse. Bei funktionellen Bewegungseinschränkungen können mobilisierende osteopathische Techniken sinnvoll sein. Bei Schmerzmustern, die mit Spannung, innerer Unruhe oder vegetativer Übererregung verbunden sind, kann Schmerzakupunktur ergänzend eingesetzt werden.
Ich erkläre Ihnen, warum ich bestimmte Bereiche behandle. Wenn ich beispielsweise nicht direkt am Nacken beginne, obwohl dort der Schmerz sitzt, sondern zunächst Brustkorb, Kiefer oder Becken untersuche, geschieht das nicht zufällig. Der Körper arbeitet über Verbindungen. Eine Behandlung wird für Sie nachvollziehbarer, wenn diese Verbindungen verständlich werden.
Was Sie vor dem Termin vorbereiten können
Sie müssen nicht mit einer fertigen Diagnose erscheinen. Der erste Termin ist genau dafür da, Beschwerden einzuordnen. Dennoch können einige Dinge helfen, die Anamnese und Untersuchung präziser zu machen.
Bringen Sie vorhandene Unterlagen mit, wenn sie Ihnen vorliegen. Dazu gehören Arztbriefe, Operationsberichte, Bildgebungsbefunde, Laborwerte, Medikamentenlisten oder physiotherapeutische Berichte. Auch ältere Befunde können hilfreich sein, wenn sie zu Ihrer Beschwerdegeschichte passen.
Tragen Sie bequeme Kleidung oder bringen Sie Kleidung mit, in der Bewegung möglich ist. Für die osteopathische Untersuchung ist Bewegungsfreiheit hilfreich. Wenn Sie wissen, dass bestimmte Bewegungen Ihre Beschwerden auslösen, können Sie diese im Termin beschreiben oder zeigen. Ein großes Handtuch kann ebenfalls sinnvoll sein.
Besonders wertvoll sind Ihre eigenen Beobachtungen. Wann treten Beschwerden auf? Was verstärkt sie? Was lindert sie? Gibt es Tageszeiten, Belastungen, Temperaturen, Bewegungen oder Stresssituationen, die eine Rolle spielen? Solche Details helfen, aus einzelnen Symptomen ein erkennbares Muster zu formen.
Was Sie zum ersten Termin mitbringen können
- Vorhandene Arztbriefe, MRT-, CT-, Röntgen- oder Laborbefunde.
- Informationen zu Medikamenten, Operationen, Unfällen und bisherigen Behandlungen.
- Bequeme Kleidung, in der Beweglichkeit gut beurteilt werden kann.
- Ein großes Handtuch, wenn Sie sich damit wohler fühlen.
- Eigene Notizen zu Beginn, Verlauf, Auslösern und lindernden Faktoren Ihrer Beschwerden.
Diese Liste soll Orientierung geben, keinen Druck erzeugen. Wenn Sie keine Befunde haben, ist das kein Problem. Der Termin beginnt dort, wo Sie gerade stehen.
Häufige Ängste vor dem ersten Osteopathie-Termin
Viele Patientinnen und Patienten fragen sich vor dem ersten Termin, ob eine osteopathische Untersuchung unangenehm ist. Manche machen sich Sorgen, dass sie ihre Beschwerden nicht gut genug beschreiben können. Andere haben Angst, nicht ernst genommen zu werden, weil bisherige Befunde vielleicht unauffällig waren.
In meiner Praxis steht ein ruhiger und respektvoller Rahmen im Vordergrund. Ich erkläre Untersuchungsschritte und arbeite angepasst an Ihre Reaktion. Eine Behandlung sollte nicht gegen den Körper stattfinden. Sie sollte mit dem Körper arbeiten. Natürlich können empfindliche Stellen auffallen, besonders wenn Gewebe lange Spannung gehalten hat. Doch Schmerzprovokation ist nicht das Ziel.
Auch die Frage nach Kleidung oder Entkleiden ist vielen unangenehm. Für die Beurteilung von Haltung, Bewegung und Gewebespannung kann es hilfreich sein, bestimmte Körperbereiche gut sehen oder untersuchen zu können. Gleichzeitig achte ich darauf, dass Sie sich sicher fühlen. Bequeme Kleidung ist in vielen Fällen eine gute Grundlage.
Sie müssen außerdem keine perfekte Krankengeschichte erzählen. Viele Zusammenhänge entstehen erst im Gespräch. Ich stelle die Fragen, die therapeutisch relevant sind, und ordne Ihre Antworten ein.
Warum TCM und Osteopathie beim Ersttermin zusammenwirken
Die Verbindung von TCM und Osteopathie ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit. Beide Systeme betrachten den Menschen ganzheitlich, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Die Osteopathie zeigt mir, wie Struktur, Bewegung, Gewebe und Funktion organisiert sind. Die TCM zeigt mir, wie der Körper reguliert, kompensiert und auf Belastung reagiert.
Ein Beispiel: Zwei Menschen kommen mit demselben Symptom, etwa Nackenschmerzen. Bei einer Person stehen Kieferdruck, Bildschirmarbeit und lokale Muskelspannung im Vordergrund. Bei einer anderen Person kommen Schlafstörungen, innere Unruhe, Erschöpfung, Verdauungsbeschwerden und eine hohe Stressreaktion hinzu. Aus osteopathischer Sicht kann in beiden Fällen Spannung im Nacken spürbar sein. Aus Sicht der TCM zeigen sich jedoch unterschiedliche Muster. Deshalb sollte auch die Behandlung unterschiedlich aufgebaut sein.
Gerade beim ersten Termin ermöglicht diese Verbindung eine tiefere Einordnung. Ich sehe nicht nur, dass etwas verspannt ist. Ich frage auch, warum der Körper in Spannung bleibt. Ich sehe nicht nur, dass Bewegung fehlt. Ich frage, welche Ebene des Körpers diese Bewegung blockiert. Dadurch wird der Ersttermin nicht zu einer isolierten Behandlung, sondern zu einer fundierten Standortbestimmung.
Was nach dem ersten Termin passieren kann
Nach einer osteopathischen Behandlung oder Akupunktur kann der Körper unterschiedlich reagieren. Manche Menschen fühlen sich unmittelbar leichter, freier oder ruhiger. Andere bemerken zunächst Müdigkeit, Wärme, veränderte Spannung oder eine muskelkaterähnliche Reaktion. Auch eine kurzfristige Veränderung der Beschwerden kann vorkommen, weil der Körper neue Reize verarbeitet.

Ich bespreche mit Ihnen, worauf Sie nach dem Termin achten sollten. Häufig ist es sinnvoll, dem Körper am selben Tag keine intensive zusätzliche Belastung zuzumuten. Ausreichend Flüssigkeit, ruhige Bewegung und ein bewusster Umgang mit Belastung können helfen, die Reaktion des Körpers zu beobachten.
Der weitere Verlauf hängt stark von Ihrer Beschwerdegeschichte ab. Akute Beschwerden können manchmal schneller reagieren. Chronische Schmerzen, wiederkehrende Muster oder Beschwerden nach langer Kompensation benötigen oft mehr Zeit. Der erste Termin zeigt nicht nur, was behandelt werden kann, sondern auch, wie Ihr Körper auf therapeutische Impulse antwortet.
Wann eine ärztliche Abklärung Vorrang hat
Ganzheitliche Therapie bedeutet auch, Grenzen zu erkennen. Osteopathie, TCM und Akupunktur können wertvolle Bestandteile einer Schmerztherapie sein, ersetzen aber keine notwendige ärztliche Diagnostik. Wenn Beschwerden plötzlich stark auftreten, mit Lähmungen, Taubheitsgefühlen, Fieber, ungeklärtem Gewichtsverlust, starken nächtlichen Schmerzen oder neurologischen Ausfällen verbunden sind, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Diese Klarheit gehört für mich zu verantwortungsvoller Behandlung. Wenn ich im Ersttermin Hinweise sehe, die eine weitere medizinische Abklärung erfordern, spreche ich das offen an. Ein seriöser therapeutischer Ansatz erkennt nicht nur Möglichkeiten, sondern auch Grenzen.
Für wen der erste Termin besonders sinnvoll sein kann
Ein erster Termin kann besonders hilfreich sein, wenn Beschwerden wiederkehren, sich nicht eindeutig erklären lassen oder wenn Sie das Gefühl haben, dass bisherige Behandlungen nur einen Teil des Problems erreicht haben. Häufig kommen Menschen mit Rücken-, Nacken-, Schulter-, Kiefer- oder Kopfschmerzen. Auch funktionelle Beschwerden, Spannungszustände, Beschwerden nach alten Verletzungen oder komplexe Schmerzverläufe können Anlass für eine osteopathische und TCM-basierte Betrachtung sein.
Durch meine Spezialausbildungen in Kinder- und Erwachsenenosteopathie arbeite ich mit unterschiedlichen Altersgruppen. Die Behandlung wird immer an Alter, Belastbarkeit, Beschwerdebild und individuelle Situation angepasst. Bei Kindern steht eine besonders ruhige, achtsame Herangehensweise im Vordergrund. Bei Erwachsenen geht es häufig um die Verbindung aus Haltung, Alltag, Stress, Bewegung, Vorgeschichte und körperlicher Regulation.
Häufige Fragen zum ersten Termin beim Osteopathen in München




